Ich bin kein Guru

Vor Kurzem habe ich in meiner Facebook Gruppe eine Umfrage erstellt, um herauszufinden, was die größten Hürden im Online Marketing sind. Das Ergebnis hat mich überrascht.

In Facebook Gruppen kann man Umfragen erstellen und die Antworten vorgeben. Teilnehmer können aber auch eigene Antwortmöglichkeiten erstellen und andere können diese dann ebenfalls auswählen.

Die Frage war: „Was denkt ihr, ist die größte Hürde für Neulinge im Online Marketing?“ Meine Antwortmöglichkeiten waren beispielsweise „Ideenfindung bzw. Positionierung“, „Technik (Webseite)”, etc. Eine der mit am häufigsten ausgewählten Antworten war aber „Eiserner Wille und am Ball bleiben”. Das ist ein Thema, das streng genommen mit Online Marketing gar nichts zu tun hat.

Ich hätte es wissen müssen. Ich bin Techniker und fokussiere mich stark auf das WAS, also auf die einzelnen Schritte, die Anfänger tun müssen, um ein profitables Online Business aufzubauen. Noch wichtiger als das WAS ist aber das WARUM -> das Durchhalten.

Ich bin aber kein Guru. Ich kann dir nicht sagen, wie du dich motivierst, aber vielleicht ist das auch gar nicht notwendig. Ich möchte dir hier in diesem Artikel eine kleine Geschichte aus meiner Karriere als Läufer erzählen, was ich daraus gelernt habe und wie ich mich auf Gewohnheiten statt auf Ziele fokussiere.

 

Meine kurze aber intensive Läuferkarriere

Im Alter von ca. 13 bis 19 Jahren war ich begeisterter Läufer. Ich hatte ursprünglich damit begonnen, weil ich in einem Fußballverein gespielt hatte und mein Können mit dem Ball eher bescheiden war. Darum entschied ich mich, eine bessere Ausdauer als alle anderen Spieler am Platz zu bekommen, um so meine Schwächen auszugleichen.

Gesagt, getan. Ich ging jeden Tag joggen, wurde besser und besser und habe dann mit einem Trainer gemeinsam bei Landes- und Staatsmeisterschaften teilgenommen. Mein bestes Ergebnis war ein Landesmeistertitel in der U18 in Niederösterreich (einem Bundesland Österreichs).

Ich habe in dieser Zeit viel über Ziele und Durchhaltevermögen gelernt. Um das Ganze zu verdeutlichen ,erzähle ich dir jetzt von meinem besten Wettkampf, von den 4 Grenzen, die man überwinden kann und wie das dir hilft, im Online Marketing deine Ziele zu erreichen und dich selbst zu motivieren.

Mein bester Wettkampf war im Juni 2009. Das war damals ein 3000 Meter Wettkampf um den Landesmeistertitel. Wir begannen das Rennen ruhig, denn niemand wollte Führungsarbeit leisten. Genau wie beim Radfahren gibt es auch beim Laufen zwei Arten von Läufern. Die einen wollen das Rennen dominieren und von Anfang einen Vorsprung herausholen, die anderen wollen sich in den Windschatten hängen und kurz vor dem Ziel zum Sieg sprinten.

Wettkampf Laufen Jakob Hager Juni 2009

Beginn des Wettkampfes – hier bin ich an 4. Stelle

In diesem Rennen war niemand, der die erste Strategie verfolgte. Deshalb wollte auch niemand das Tempo angeben. Meine große Stärke war immer der Sprint am Ende, weshalb die ersten Hälften der Rennen verhältnismäßig eher langsam abliefen. Nach etwa 2500m, als noch etwa 500m zu Laufen waren, hat einer meiner Konkurrenten es geschafft, sich etwa 20m abzusetzen. Ich war auf Platz 3. Diese 20m Abstand sind bei einem 3km-Lauf extrem viel. Das ist normalerweise nicht einzuholen. Doch ich hatte auf diesen Tag 8 Monate lang hintrainiert und war nicht bereit einfach aufzugeben. Also startete ich in den letzten 400m – in der letzten Runde – einen Angriff. Ich lief, was das Zeug hielt. Es war ein Sprint wie noch nie zuvor. Mein Trainer stand am Stadionrand. Er dachte, ich hätte vergessen, dass ich noch 400m zu laufen hatte und schrie: „teil dir die Kraft ein, Jakob!“. Ich wusste, dass ich den Sprint eigentlich nicht durchhalten konnte. Normalerweise kann man nicht 400m genauso schnell laufen wie in nur 100m, vor allem nicht, wenn man davor gerade 2,6km gelaufen ist.

Etwa 300m vor dem Ziel überholte ich den Zweitplatzierten und 200m vor dem Ziel in der Außenkurve den Erstplatzierten. Ich hatte Glück, denn er hatte mich nicht gesehen und normalerweise überholt man nicht in der Außenkurve, denn da muss man eine längere Distanz laufen als in der Innenbahn.

Als er realisierte, dass ich vor ihm war, hatte ich schon 3m Vorsprung. Doch ich war praktisch am Ende meiner Kräfte und noch 200m vor dem Ziel. In diesem Augenblick war die Psychologie jedoch auf meiner Seite. Durch das Publikum ging ein Aufschrei, als es noch einmal spannend wurde. Das war auch das einzige, woran ich mich noch erinnern konnte. Ich spürte zu diesem Zeitpunkt keine Schmerzen mehr und mir wurde schwarz vor den Augen. Nach einem riesigen Aufschrei des Publikums hörte ich nichts mehr.

Als ich die Augen wieder öffnete, lag ich im Ziel und jemand gab mir Wasser. Ich hatte keine Erinnerung an die letzten 200m und wusste nicht, wie das Rennen ausgegangen war. Mein Trainer hielt mir eine Flasche Wasser hin und sagte: „du hast gewonnen“. Ich übergab mich.

Als ich meinen Konkurrenten überholt und den Aufschrei des Publikums gehört hatte, trugen mich meine Beine wie von alleine ins Ziel. Die Motivation, das Ziel zum Greifen nahe vor sich zu haben, die Unterstützung des Publikums und die letzten Kraftreserven hatten mich ins Ziel gebracht. Dem Zweitplatzierten ging es umgekehrt. Als ich ihn überholte, muss das für ihn wie ein Schlag gewesen sein. Die Geschwindigkeit, mit der ich in der Außenkurve vorbeizog und er das erst merkte, als ich schon 3m vor ihm war, hat ihm die Motivation genommen. Er war auch am Ende seiner Kräfte und dachte, dass er unmöglich so einen Turbo auspacken könnte. Ich bin überzeugt, dass er mehr Kraft als ich gehabt hätte.

Erst Stunden später, als ich wieder ansprechbar war, erzählte mir mein Trainer, dass ich die letzten 400m in einer Zeit von 51 Sekunden gelaufen war. Das ist insofern bemerkenswert, da meine persönliche Bestzeit auf 400m bei 52.37 lag. Ich war die letzten 400m eines 3000m Laufes schneller gelaufen, als ich 400m alleine jemals geschafft hatte.

Ich habe aus diesem Ereignis viel gelernt! Es gibt vier Grenzen, an die ich auf dem Weg zum meinem persönlichen Sieg gestoßen bin. Ich habe das erst viel später realisiert, aber vielleicht helfen dir meine Gedanken auf deinem eigenen Weg zum Ziel.

 

Die 4 Grenzen zum persönlichen Ziel

Die vier Grenzen sind eigentlich vier Entscheidungen.

Die erste Entscheidung ist die schwierigste, denn du musst sie ständig treffen. Wenn du zu Hause vor dem Fernseher sitzt, musst du dich entscheiden: „Gehe ich jetzt raus und mache Sport oder bleibe ich sitzen?“. Diese Entscheidung musst du immer wieder treffen. Ich zeige dir gleich, wie ich das Problem für mich gelöst habe und 9 Mal pro Woche, egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee, trainiert habe.

Die zweite Grenze ist, wenn du langsam vor dich hin läufst, aber dann aber auf ein Tempo kommst, das dich fordert und bei dem du Widerstand spürst. Bei manchen Anfängern kommt dieser Punkt sehr schnell. Erfahrene Läufer könnten oft stundenlang mit langsamer Geschwindigkeit vor sich her traben, ohne sich wirklich zu verausgaben.

Die dritte Grenze ist die Schmerzgrenze. Wenn du sie erreicht hast, dann spürst du ein Brennen in den Oberschenkeln oder generell am ganzen Körper. Die meisten Menschen hören hier auf. Diese Art von Schmerzen, die man beim Erreichen dieser Grenze spürt, sind gut. Sie machen uns stärker und bringen uns weiter! Immer wenn du deine Muskeln forderst und kleine Teile davon beim Workout zerstört werden, dann baut der Körper diese Muskeln noch besser und noch stärker wieder auf. Das gilt fürs Laufen, für jeden Sport und – meiner Meinung nach – auch fürs Gehirn. Auch das musst du ständig trainieren und darfst nie sagen „das kapier ich sowieso nicht“.

Ich denke, dass viele Menschen die vierte und letzte Grenze leider nie erreichen. An diese stößt du, wenn du trotz Schmerzen weitermachst und weiterkämpfst. Denn dann überwindest du die psychologische Hürde, die dich an der Schmerzgrenze aufhält und kommst zur wirklichen physischen Grenze. Kein Mensch kann 100km/h laufen. Dazu sind wir nicht gebaut. Aber alle Menschen können um einiges mehr aus sich herausholen, als sie denken.

Bei meinem Wettkampf habe ich die psychologische Hürde überwunden und bin – angefeuert durch das Publikum und durch den Motivationsschub beim Überholen – die letzten 400m schneller gelaufen als jemals zuvor, obwohl meine Kräfte am Ende waren. Das war die Grenze, an der es einfach unter keinen Umständen schneller gegangen wäre, denn ich habe schon alles gegeben, was mein Körper hergab.

 

Warum erzähle ich dir das – wie soll dir das helfen?

Die erste Grenze – deine Motivation Tag für Tag an deinen Zielen zu arbeiten – ist die schwierigste. Du kannst dich einmal überwinden oder eine Woche lang überwinden. Aber du hast keine Chance, wenn du jedes Mal aufs Neue mit dir kämpfen musst. Darum versuche ich Gewohnheiten zu schaffen, die ich automatisch mache. Beispielweise muss sich niemand selbst überreden, morgens die Zähne zu putzen.

Wenn du zum Beispiel mehr lesen möchtest, dann setz dir nicht das Ziel, 50 Bücher im Jahr zu lesen, sondern nimm immer eines in die Hand, wenn du das Haus verlässt. Dann wirst du es automatisch in der Straßenbahn oder in einer Pause lesen.
Wenn du am Morgen laufen möchtest, dann schreib dir keine ausgeklügelten Trainingspläne, sondern stelle die Laufschuhe und deine Laufkleidung am Abend davor vors Bett, sodass du beim Aufstehen gar nicht anders kannst als zu Laufen. Nimm dir auch nicht vor, eine Stunde zu laufen, sondern nur einen Block ums Haus, um aufzuwachen. Irgendwann wird das so selbstverständlich für dich werden, wie Zähneputzen. Wenn du dann einen Block gelaufen bist, dann wirst du dir denken “einer geht noch”. Du wirst ohne es zu merken und ohne gegen dich zu kämpfen, immer weiter laufen.

Wenn du ein Buch schreiben möchtest, dann nimm dir nur vor jeden Tag egal wie viel zu tun ist, 250 Wörter zu schreiben. Du wirst merken, dass du an manchen Tagen im Schreibfluss bist und z.B. über 1000 Wörter schreibst. Der Vorteil von Angewohnheiten gegenüber dem Setzen von Zielen ist, dass es oft äußere Umstände sind, die dich daran hindern deine Ziele nicht zu erreichen. Als Beispiel: Beim Laufen kann man sich verletzen. Aber wenn man sich die richtigen Angewohnheiten antrainiert hat, dann können dich solche Umstände nicht aufhalten.

Manche Menschen kämpfen sehr stark gegen ihre schlechten Angewohnheiten, z.B. das Rauchen. Deine Angewohnheiten sind auf Dauer stärker als du. Aber du kannst sie beeinflussen. Wenn du es schaffst, das du dir gute Angewohnheiten antrainierst, dann bringst du dich und dein Leben auf die richtige Bahn – wie ein Kapitän, der den Kurs seines Schiffs in kleinen Schritten richtig ausrichtet, weil er weiß, dass es dann am Ende sicher das Ziel erreicht.

 

Online Marketing Angewohnheiten

Im Online Marketing kannst du dir vornehmen, dass du jeden Tag ein Video ansiehst, damit du nie aufhörst zu lernen. Noch besser ist es, wenn du dir eine Person suchst, die wie ein Trainingspartner im Online Marketing ist. Das soll ein Gleichgesinnter sein, der ein ähnliches Ziel hat und mit dem du dich austauschen kannst. Ihr könnt euch dann gegenseitig kontrollieren, ob ihr eure Angewohnheiten tatsächlich einhält. Es ist leichter, sich selbst zu belügen als andere. So wäre es doch peinlich, wenn dein “Trainingspartner” dich fragt: “Hast du dir heute 5 Minuten Zeit genommen um ein Video anzusehen?” und du musst antworten: “Nein, leider keine Zeit”. Für 5 Minuten ist immer Zeit!

Ein weiterer Tipp um mehr in Richtung Facebook Marketing zu machen und deine Fanpage aktiver zu gestalten: Wenn du dir z.B. ein Budget von 75 € pro Monat zurechtlegst und jeden zweiten Tag 5 € ausgibst um Facebook-Beiträge zu bewerben, wirst du effektiver. Dadurch zwingst du dich selbst Beiträge auf deiner Fanpage zu schreiben und baust dir nebenbei eine Zielgruppe auf.

Eine gute Möglichkeit ist es auch, neue Angewohnheiten, die du dir antrainieren möchtest, mit alten zu verknüpfen. Du kannst z.B. beim Zähneputzen beginnen, ein Hörbuch zu hören.

Mir hilft diese Einstellung zur Schaffung von Gewohnheiten sehr, denn sie führt dazu, dass ich nicht gegen mich selbst kämpfe und trotzdem jeden Tag meinen Zielen näher komme.

Ich bin kein Guru und kann dir nicht sagen, wie du dich am besten motivierst. Aber vielleicht musst du dich gar nicht motivieren, denn die Motivation geht irgendwann verloren. Angewohnheiten bleiben. Stelle sicher, dass dein Leben von den guten Angewohnheiten geleitet wird.

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