Fake Accounts auf Facebook – Aufklärung und Tipps

Verwendest du auf Facebook deinen richtigen Namen? Wenn nicht, dann bist du vielleicht einer von vier Facebook Nutzern, denen die Sperrung droht.

Facebook tut es noch immer und wird es weiterhin tun: die Rede ist von Sperrung von Nutzern, die keinen Klarnamen verwenden. Manch einer fragt sich sicher, was Facebook eigentlich für ein Problem hat, denn die meisten anderen Netzwerke ist nicht so streng bzw. schreiben keine Klarnamenpflicht vor.

Du darfst z.B. auch keinen Facebook Account für deinen Hund oder deine Katze machen. Bei Facebook dürfen nur Menschen mit deren richtigen Namen ein Konto haben.

Bevor wir zu schnell urteilen, ob Facebook da zu harsch vorgeht oder es genau die richtige Maßnahme ist, sollten wir das Ganze mal aus verschiedenen Gesichtspunkten betrachten. Zudem möchte ich hier auf einige Maßnahmen und Tipps eingehen um das Beste aus der Klarnamenpflicht zu machen.

Zunächst Mal gibt Facebook in seinen Richtlinien ganz klar vor, was erlaubt ist und was nicht:

Im Nachhinein kann man sich also nicht beschweren, man hätte davon nie etwas gelesen. Dennoch gibt es noch immer mindestens 25% deutschsprachiger Nutzer, die einen falschen Namen auf Facebook angeben.

Warum geben Nutzer falsche Namen an?

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Viele Nutzer wollen nicht von unbekannten Dritten einfach gefunden werden. Für viele stellt es eine Art Privatsphäre dar, wenn nicht jeder einen einfach so auf Facebook finden kann.

Betrachten wir die Arbeitswelt, dann ist es so, dass einige Arbeitgeber Diskretion ihrer Mitarbeiter erwarten, was also Angaben und den Auftritt in Facebook angehen. Da erstellt man als Arbeitnehmer gern schnell mal ein Profil mit einem falschen Namen, den das Unternehmen nicht kennt.

Rein rechtlich ist es in Deutschland auch so, dass es ein Gesetz gibt, nach dem Anbieter ihren Nutzern die in Inanspruchnahme ihres Dienstes auch unter einem Pseudonym ermöglichen müssen. Wie hier nachzulesen: www.buzer.de

Facebook-Nutzer, die dieses Gesetz kennen und einen falschen Namen verwenden, beziehen sich darauf. Die meisten wissen nichts davon und denken sich auch nicht viel dabei.

Das deutsche Gesetz greift aber in diesem Fall gar nicht. Denn Facebook hat seinen Hauptsitz in Irland und daher gilt das allgemeine europäische Recht. Zwar gibt es eine Niederlassung von Facebook in Deutschland, diese ist jedoch nicht für die Verarbeitung von Nutzerdaten zuständig und hat mit den Namen nichts zu tun.

In dem Fall gab es aus deutschem Raum schon einige Klagen, diese wurden aber bisher zurückgewiesen.

Warum ist Facebook so rigoros hinter Fakenamen her?

Hauptziel von Facebook ist nun mal das Networking: Nutzer sollten in der Lage sein sich gegenseitig zu finden und zu erkennen. Nur so kann ein Netzwerk entstehen und wachsen. Nur so lassen sich Daten sinnvoll verknüpfen und nur so lassen sich damit neue Angebote und weitere Dienste erstellen…

Die Klarnamenpflicht hat für Facebook Nutzer auch den Vorteil, dass Spammer und Scammer durch ihren Fake Namen oder Fakeprofil schnell gesperrt werden können.

Desweiteren möchte Facebook mit der Klarnamenpflicht verhindern, dass Namen ständig geändert werden und es so zu Problemen in der Identifikation eines Nutzers kommt.

Wird ein Nutzer aufgrund eines falschen Namen gesperrt, hat das auch unangenehme Auswirkungen auf seine jeweiligen Seiten und Gruppen in denen er oder sie Admin ist. Diese verwaisen dann einfach und können nicht mehr gepflegt werden.

Facebook möchte vor allem aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten die Klarnamenpflicht beibehalten.

Wie kannst du trotzdem deine Privatsphäre schützen?

An der Klarnamenpflicht wird sich in Zukunft nichts ändern. Wenn du einen falschen Namen verwendest, dann könnte dein Profil bald gesperrt werden.

Wenn du Facebook Werbung betreibst, dann könnte das schwerwiegende Auswirkung haben. Ohne Profil kannst du auch nicht auf dein Werbekonto zugreifen.

Ich sehe für Privatpersonen nicht kein Problem in der Klarnamenpflicht, da man sein Profil mit Listen gut schützen kann. Damit kannst du für jeden Kontakt bestimmen, zu welcher Liste er oder sie zugehören soll:

 

Und unter den Privatsphäreneinsetllungen kannst du auch einstellen, wer welche Teile deines Profils sehen kann und ob unbekannte Personen dich auf Facebook finden können:

 

Du musst auch deine Beiträge nicht öffentlich posten, sondern kannst auch hier auswählen, wer sie sehen kann.

Für Unternehmen kann eine Sperrung eines Accounts unangenehme Folgen haben. Ich hatte vorhin geschrieben, dass Seiten und Gruppen verwaisen, wenn der einzige Admin durch einen Klarnamen-Verstoß von Facebook gesperrt wird.

Ich bekomme häufig die Frage von Unternehmern, was sie tun können, wenn deren berufliche Seiten und Gruppen, die von Mitarbeitern erstellt wurden und sie selbst kein Admin sind.

Das ist generell eine gefährliche Situation. Auch wenn der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin nicht von Facebook gesperrt wird, scheidet er oder sie vielleicht irgendwann aus dem Unternehmen aus. Dann ist die Seite oder Gruppe weg, in der er Admin ist. Hier empfehle ich ganz klar, den Business Manager von Facebook zu verwenden.

Mit diesem kannst du deine Seiten, Werbeanzeigenmanager und Mitarbeiter problemlos organisieren. Jeder Mitarbeiter hat die Möglichkeit mit dem Business Manager Account eines Unternehmens zu arbeiten. Private Profile bleiben dabei soweit außen vor, dass sie Unternehmung nicht gefährden.

Du kannst dir einen kostenlosen Business Manager Account bei Facebook erstellen unter business.facebook.com. Dabei handelt es sich nicht um ein neues Konto. Du kannst dich dort mit deinem normalen Facebook Konto einloggen und dein Unternehmen bei Facebook managen.

Gruppen kannst du nicht im Business Manager nicht managen. Du machst hier am besten mehrer Leute zum Admin einer Gruppe (du selbst auch).

Was passiert wenn Facebook mich sperrt?

Wenn Facebook dich sperrt, du aber deinen echten Namen verwendet hast, kannst du das nachweisen. Dazu hast du drei verschiedene Möglichkeiten, um deine Identität auf Facebook zu bestätigen. Welche das sind, kannst du hier nachlesen.

Das Schlimmste, das dir passieren kann, ist aber immer noch, dass Facebook dein Konto sperrt. Facebook hat – soweit ich weiß – noch nie jemanden verklagt deshalb. Das liegt auch nicht im Interesse von Facebook. Das wäre zu viel negative PR.

Soll ich Nutzer melden, wenn diese keine Klarnamen verwenden?

Ich persönlich melde niemanden wegen eines falschen Namens. Ich melde aber Spam-Accounts, die mir schreiben und dann per Message auffordern, irgendwas zu kaufen. Das ist kein seriöses Facebook Marketing, nur Spam. Diese Accounts melde ich sehr gerne als Spam.

Wenn du dich durch eine andere Person bedroht fühlst oder jemand spamt, kannst du Profile mittlerweile durch vier einfache Schritte melden:

  1. Person mit Fake-Namen suchen
  2. Auf “…” klicken und “Melden” anklicken
  3. “Dieses Konto melden” anhaken
  4. Auf „Facebook zur Überprüfung senden” anklicken

Und schon wird das Konto überprüft und gesperrt.

Mein Fazit ist also: Die Facebook Klarnamenpflicht ist insgesamt eine gute Sache. Sie führt dazu, dass es weniger Spam gibt. Wenn du trotzdem nicht von jedem gefunden werden möchtest, dann kannst du das einfach in deinen Privatsphäre-Einstellungen ändern.

Jakob Hager
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